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Unser Ausflug
Dienstag 20.9.2001

Um 7.30 Uhr treffen sich 24 Gewerbler, teils mit Anhang, zum jährlichen Ausflug. Das eher trübe Herbstwetter, mit hoher Luftfeuchtigkeit – sprich Regen – motiviert uns erst recht; ein Gewerbler lässt sich nicht unterkriegen.. Der moderne, ja luxuriöse Doppeldeckerbus der Firma Knöpfel aus Dinhard, pflügt sich durch die Nebelschwaden der Ostschweiz Richtung Sonnenaufgang. Schon nach St.Gallen erahnen wir Gutes, erste Lichtstrahlen begrüssen uns vom Rheintal her.

Über Trübbach, auch bekannt als Heimat einer weltberühmten Tennisspielerin, erreichen wir unser Ziel. In den nahen Hügeln steht ein Häuschen – die Soldatenstube; beinahe romantisch, ohne militärischen Drill. Hier wird kräftig „Znüni“ gegessen, ein willkommener Kaffee weckt auch die letzten Geister. Die Stimmung steigert sich und erste Witze machen die Runde. Unser Ziel ist das „Artillerie-Fort Magletsch“. Gebaut während dem 2. Weltkrieg, bildet diese Festung den nördlichen Eckpfeiler der Verteidigung von Sargans, mit der primären Aufgabe, die Räume rheinaufwärts, sowie Richtung Wildhaus und Feldkirch (damals Lager der „Wehrmacht“) abzudecken. Nach der Besammlung vor dem gut geschützten Hauptportal folgen wir unserem Führer durch den mit Lastwagen befahrbaren Hauptstollen bis zur Drehscheibe. Von dort aus begeben wir uns über den ca. 150 m langen Schrägstollen zur rund 30 m höher gelegenen oberen Etage. Die Gänge werden enger und die Platzangst bei gewissen Besuchern grösser. Durchatmen. In einem ehemaligen Munitionsmagazin wird uns vom kundigen Führer ein erster Eindruck über die Bedrohungslage zur Zeit des Baus dieser Festung vermittelt. Anschliessend lernen wir die Infrastruktur des Werkes kennen: Filtergruppen, Wasserreservoirs, Werkstatt, Kraftstoffstanks, den Maschinensaal mit drei Sulzer (!) – Schiffsdieselmotoren, die Telefonzentrale, sowie das Schiessbüro für die drei Panzertürme (Kaliber 10,5 cm). Einen Höhepunkt bilden sicherlich die beiden Turmkanonen, jeweils erreichbar über ca. 140 Stufen -im 45-Grad-Winkel angelegt ! Einigen ist dann dies doch etwas zuviel Fitness, kurze Gefechtspause erlaubt. Rund 2 • Stunden später: „O sole mio – Erde du hast uns wieder! Frische Luft, Sonne, Wärme.“ Wir danken an dieser Stelle der freiwilligen Organisation ehemaliger Kämpfer, die einen Teil Schweizer Geschichte erhalten.

High Noon – zwölf Uhr Mittags. Genug Fort Magletsch, genug Kriegserinnerungen – Alle haben Hunger. Wir verschieben uns gefechtsmässig nach Bad Ragaz und werden an einem anderen strategisch wichtigen Punkt erwartet: Schloss Wartenstein. Beinahe frühlingshaft das Wetter, beeindruckend der Panoramaausblick auf die Ebene und wunderschön das traditionsreiche Lokal. Im attraktiven Wintergarten geniessen wir ein ausgezeichnetes Mittagessen. Und wieder steigt die Stimmung.

Mit einer kleinen Verspätung verlassen wir schliesslich das Bündnerland – hier auch „Heidiland“ genannt (reine Marketingsache – Tourismus für Unterländer). Die Stimmung im Reisebus wirkt angeregt und so mancher ist wieder einmal mehr überzeugt, dass ein Ausflug dieser Art die Kontakte untereinander in jeder Beziehung fördert.

Vielen Dank für die gute Organisation und den reibungslosen Ablauf.

Für unseren Verein: Fredy Keller

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