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Reise nach Barcelona 36 Mitglieder mit Anhang treffen sich um 05.40 Uhr zum Check-In im Zürich-Airport. Wohl selbstredend, dass wir alle richtig früh aufgestanden sind. Manchem ist schon jetzt bewusst, dass er heute spät (oder vielleicht erst in den noch fernen Samstagmorgenstunden?) in die spanischen Federn kommt. Unsere „SWISS“ International Airline bringt uns sicher und schnell auf die Iberische Halbinsel. Randbemerkung: Nicht wenige sind erstaunt, dass im Flugzeug alle Getränke und Esswaren separat bezahlt werden müssen. Die hintersten Reihen sind sogar noch mehr enttäuscht, da es ausser Salznüssli und Swiss Chocolate nichts mehr für den hungrigen Magen gibt – ausverkauft! (Swiss Quality Management?!) Nach kleiner Verzögerung finden alle den Bus von SierraMar. Unser Reiseleiter, Herr Quim Serra, erwartet uns und verblüfft mit einem akzentfreien Deutsch. Irgendwo im deutschen Ruhrpot wurde ihm die germanische Sprache eingetrichtert, wie er uns versichert. Angel, übersetzt der Engel, fährt uns mit seinem irdischen Gefährt in die himmlische Stadt am blauen Meer. Schon jetzt erfahren wir einiges, und das Wichtigste: Barcelona hat einen Fussball Club „... und das werden Sie, verehrte Damen und Herren Suizos, Schweizer, noch viel zu hören bekommen! Es handelt sich hier um einen der BESTEN der Welt!“ Bald passieren wir das besagte Stadion, nicht zum letzten Mal. Unser Hotel Eurostar Mitre (benannt nach General Mitre – man spricht „Cheneral“, für das „G“ ein „Ch“ wie in „Chuchichäschtli“) befindet sich etwas oberhalb des Stadtzentrums, was uns einen ruhigen, lärmfreien Schlaf garantiert. Die Top-Zimmer im fünften Stock verfügen sogar über eine Terrasse, sehr vorteilhaft. -Frühstück, „desajuno inglès“, was für uns Brunch heisst, gibt es vom Buffet, somit hätten wir auch schon die erste Malzeit. Einige benutzen nach dem Zimmerbezug die Gelegenheit, die Umgebung zu erkunden. Ein kleiner Flirt mit der ersten Tapas-Bar, auch dies sollte nicht der letzte Eindruck dieser typischen spanischen Essgewohnheit sein. Diese Appetithäppchen haben es in sich, in kleinen oder grossen Mengen verzehrbar, geniessbar – wunderbar, an der Tapas-Bar! 13.00 Uhr: Bus-Rundfahrt mit unserem gestandenen Führer Quim. Altstadt, Sagrada Familia – eine Sühnekirche oder wie man einen Kirchen-(Kathedralen-) Bau seit über 120 Jahren finanziert. Gilt als markantestes Wahrzeichen der Stadt und als absoluter Höhepunkt des grossen Künstlers und Architekten Antoni Gaudí. „Las Ramblas“ ursprünglich ein Name arabischer Herkunft, was ungefähr „ausgetrocknetes Flussbett“ heissen sollte. „Plaça de la Pau“ mit der Kolumbus-Säule, daneben das grosse „Museu Maritim“ in einem ehemaligen Bahnhof untergebracht. Der alte Hafen wird laufend neu gestaltet, Top-Luxusliner liegen an der Quaimauer: „Schaut, dort liegt die berühmte „Queen Mary II“!“ ruft einer unserer kundigen Gewerbler (und vielleicht auch Hobby-Kapitän). Auf dem Stadthügel „Montjuïc“ bestaunen wir das Olympiastadion von 1992, samt bedeutenden Nebengebäuden, wie etwa dem etwas vorgelagerten Schwimmbecken. Vorbei geht’s am „Poble Espanyol“, das etwas an den Schweizer „Ballenberg“ erinnert, mit seinen Gebäuden aus allen Ecken des vielseitigen Spanien. „Fundació Joan Miró“ -hier sind mehr als 300 Gemälde und Zeichnungen, sowie über 150 Skulpturen des berühmten spanischen Künstlers zu sehen. Das Museum wurde noch zu Lebzeiten Mirós eingerichtet, eine besondere Hommage. Nun auch vorbei an zwei Türmen, die ausgesprochen grosse Ähnlichkeit mit dem Campanile auf dem Markusplatz in Venedig haben. Dies auch aus gutem Grund, weil wir uns gerade auf dem Areal der früheren Weltausstellung befinden. Einige Pavillons stehen noch und werden für Expositionen rege beansprucht. An der nahen „Placa Espanya“ wird gerade die einstmals berühmte Stierkampfarena zu einem Einkaufszentrum umgebaut und mit einem alles überspannenden Dach überdeckt. Der Höhepunkt naht, immer wieder angedeutet, immer wieder hochgelobt: „Camp Nou“ dies ist der catalanische Name für das bedeutendste Fussballstadion der iberischen Halbinsel, sprich von ganz Europa. 100'000 Zuschauer Kapazität ... und 110'000 Mitglieder für den Fussballclub, wenn da die Rechnung nur aufgeht – finanziell sicher! Die Besichtigung dauert über eine Stunde. Den einen unter uns läuft es eiskalt über den Rücken. Solch einen Meilenstein hautnah besichtigen zu dürfen, sogar die Mannschaftkapelle mit einer Kopie der berühmten schwarzen Madonna zu bestaunen, einmal in den feudalen Sesseln der Trainer zu sitzen, im Museum Johan Cruyff und seine Vorgänger zu würdigen ... Der Schweizer Hans Gamper, später Ehrenbürger der Stadt und « Juan » genannt, hat im Jahre 1899 den FC Barcelona gegründet. „ ... und als am Anfang keine Club-T-Shirts vorhanden waren, brachte man solche des Schweizer „FCB – BASEL !!!“ mit, daher noch heute die Ähnlichkeit der Clubfarben.“ verrät uns unser Tour Guide. 17.30 Uhr: Hotel Mitre, Duschpause für die einen, Apéritiv „Sherry?“ für die anderen. Der Abend steht zur freien Verfügung/Verführung. Man trifft sich an der nahen Métrostation. Gruppenweise wird die Altstadt erforscht. Unser „Grüppli“ schlendert durch das Gothische Quartier und lässt sich schon bald im „Taller de Tapas“ – Plaza Sant Josep Oriol -nieder, einer berühmten Tapasbar. „Tapas mixtas, per favor“ ruft einer von uns. Ein zweiter bestellt „Cava brut“ – spanischen Schaumwein – für die Damen und „vino tinto“ – Rotwein – für die durstigen Begleiter. Es geht los: Tapas, kleine Häppchen, werden aufgefahren, der Tisch ist schon bald zu klein, also schnell verzehren: gambas, russischer Salat (kommt uns spanisch vor?!), méjillones (Muscheln), pulpos (Tintenfisch) auf verschiedene Arten, Sardinen, Sardellen, Eier, Knoblauch-und Tomatenbrot, manchego (Schafskäse) verduras (Gemüse), pimientos (scharfffff .. Pepe....) wir müssen irgendwann unterbrechen – es ist ein Erlebnis, so viele Variationen. Die Geselligkeit nimmt zu und erreicht ihren Höhepunkt, als eine unserer Begleiterinnen bemerkt, weshalb im gegenüberliegenden Geschäft so viel junges Volk ein-und ausgeht: „Condomeria“ und wir sitzen den ganzen Abend da und vermuten, dies sei eine spanische Boutique mit Süssigkeiten. Die Nacht ist noch jung, uns zieht es durch dunkle und noch dunklere Gässchen ans Meer. Wir teilen uns auf: Gruppe 1 Romantik am Hafen, Gruppe 2 Paëlla essen um Mitternacht. Und, oh welch Zufall, wir treffen uns wieder. Die frühen Morgenstunden geniessen wir auf einem Boot im alten Hafen. Sehr maritim, gestylt und mit netter Bedienung. Gegen 3 Uhr morgens sind einige sehr erstaunt, dass sie eine halbe Stunde für ein Taxi warten müssen. Jetzt lebt Barcelona erst richtig! Sonntag – 09.30 Uhr. Alle sind wieder da, wach? „Los Extremos!“ ruft einer wohlgelaunt in die Gesellschaft, seine letzten ermunternden Worte für den Rest des Tages. Einen unmerklich kleinen Augenblick später erkundigt sich seine Frau charmant „Häsch Du miis Täschli gseh?“ „Nei, du häsch es doch abe gno, ich han äxtra no oisi Päss und alli Tickets dri tue, wäisch ja niä, die chäibä Zimmermaitli“ Kurz und bündig: die Handtasche ist weg, gestohlen im Hotel! Uns allen wird klar: aufpassen! Zimmersafe und Geld-Deposit sind Schlagwörter. Nicht genannt werdendes Ehepaar handelt gefasst und lässt sofort sämtliche Kreditkarten sperren. Die Polizei nimmt den Fall auf, wenigstens für die Versicherung. Sonntag: unser freier Tag, wieder bilden sich Gruppen. Hier ein Auszug einiger möglichen Ausflüge: Die speziellen Doppeldeckerbusse „Catalunya Bus Turístic“ führen den Touristen auf drei verschiedenen Touren durch die Stadt. Man steigt ein und aus, wo immer es beliebt – günstig und sehr sehenswert! Als Alternative bietet Barcelona ein gut ausgebautes Metro-Netz an – im Untergrund versteht sich. Parc Güell“ weitläufiger Park am Hügel gelegen, mit vielen eigenartig gemauerten Säulengängen und märchenhaften Häusern. Sollte man nicht unbedingt zu Fuss von der Altstadt aufsuchen, Strasse stark aufsteigend. Antoni Gaudí hat sich und seine Kunstrichtung einmal mehr verewigt, sehr beeindruckend. Olympiahafen, Promenade entlang der sauberen Mittelmeerküste. Mit der nostalgischen Seilbahn auf den „Montjuïc“ über einen aussichtsreichen Turm inmitten des modern ausgebauten alten Hafenareals. Unser Grüppli hat Hunger -Mittagessen um 13.30 Uhr. Das ausgewählte Lokal ist noch beinahe leer. Eine Stunde später werden die nun hungrigen Gäste abgewiesen, gerammelt voll. Wir entscheiden uns wieder für Meeresfrüchte, „Parillada de pescado“ – eine bunt garnierte Fischplatte... davor, was denn sonst: Tapas ... oder vielleicht doch noch kleine sopa de rape oder eine kühl servierte Gazpacho. Nur hier gibt es die „echte Gazpacho andaluz“, die mit den gehackten Eiern, Gurken, Tomatenwürfeln und Knoblauchcroûtons – „tradicional“. Ein Altstadtbummel am Sonntag wirkt eher ruhig, verkehrsarm, geschlossene Geschäfte, abgesehen vom weltweit präsenten „Hard Rock Café“ am „Placa Catalunya“. Kleiner Geheimtipp: „Celler de Gelida“ Alle bedeutenden Weine Spaniens. Ein über 120 Jahre alter Weinkeller mit erlesenen Raritäten. 21.00 Uhr: unser gemeinsames Nachtessen unter Sternenhimmel im „Marina Monchos“ – und wieder Tapas. Eigentlich wäre ja das „Monchos“ an der Passeig Nacional das einzig wahre! Später entscheiden sich einige für einen Verdauungsspaziergang entlang der schön und sauber ausgebauten Promenade am Olympiahafen. Am angrenzenden Mittelmeerstrand baden noch um Mitternacht Kinder und Jugendliche und andere Junggebliebene. Danach folgt ein kleines Mitternachtsdiner bei Paco – einem der vielen Gastronomie-Könige der Stadt. Serviert wird feinst aufgeschnittener Cerranoschinken und grillierter Rape (Seeteufel), immer begleitet mit einem vergorenen Traubensaft des gastgebenden Landes. Viele Weinregionen in Spanien, so werden immer wieder herrliche Entdeckungen gefunden, degustiert und gewürdigt. Und wieder die Taxisuche, doch am Sonntag ist auch in Barcelona (oder „Barça“ wie man im andalusischen Volksmund abkürzt) weniger los. Und irgendwann ist der letzte von uns im Hotel. Freier Morgen, Check Out und los geht’s noch mal bis 17.30 Uhr. Viele entscheiden sich für die “Ciutat vella -el corazón de la ciudad“ die Altstadt. “Barri Gòtic”: neben Monumentalbauten aus dem 13. bis 15. Jahrhundert prägen Läden und verwinkelte Gassen das historische Altstadtviertel. Das meistbesuchte Museum Barcelonas widmet sich dem unermüdlichen Schaffen Pablo Picassos. Sollte die Warteschlange einmal zu gross sein, kann man sich auf die rund 90 minütige „walking tour“ auf den Spuren Picassos durch die Stadt machen. Bei dieser Gelegenheit sei auch einem weiteren, ebenso berühmten Artisten zu gedenken: Salvador Dalí. Das Aquarium im Hafenbereich ist ebenso erwähnenswert, wie das aktuelle „Forum 2004“ hinter dem „Port Olímpic“, das mit Shows und Attraktionen glänzt und unterhält. .... und wieder beenden einige den schönen Aufenthalt mit einem letzten Besuch am Hafen. Frische Fische, voraus Tapas, und noch ein kleines grilliertes Sardinenfilet, gefolgt von grillierten Pulpos und ...... Barcelona, alleine schon Deiner kulinarischen Seite wegen kommen wir wieder „hasta luego!“ Ganz spezieller Dank geht an Isabel und Fritz Bachmann vom Reisebüro Meredian – gracias! Für den Gewerbeverein Rickenbach und Umgebung: Fredy Keller PS: sollte eigentlich ein kurzer Bericht werden, doch Barcelona bietet noch viel mehr ..... |